„Wer schön sein will, muss leiden!?“

Ein Fachtag zum Thema Schönheitshandeln von Mädchen* und Jungen*.

26. November 2019, 9:30 – 16:00 Uhr
im KuBuS – Zentrum für Kultur, Begegnung und Sport (Theobald Renner Straße 1a, 07747 Jena)

Die Beschäftigung mit dem Thema Schönheit und Aussehen gehört zum Alltag vieler Mädchen* und Jungen*. Sei es durch die intensive Beschäftigung mit Make Up und Kleidung, alltägliche Kommentare über den eigenen oder andere Körper, Nahrungsmittelverzicht oder -einschränkung oder exzessives Sporttreiben. Oft ist das Thema dabei mit Druck und Stress verbunden. In der Auseinandersetzung mit Schönheit und dem eigenen Körper können jedoch auch viele stärkende Elemente stecken, wie zum Beispiel auch die fat empowerment Bewegung zeigt.

Im Rahmen des Fachtags zum Thema "Wer schön sein will, muss leiden!?" möchten wir deshalb gerne eine Brücke schlagen zwischen theoretischem Wissen, Selbstreflexion und praktischer Arbeit mit Jungen* und Mädchen*. Wir möchten gängige Schönheitsnormen, die in unseren und den Köpfen der Kinder und Jugendlichen stecken, hinterfragen:

  • Wie entstehen gängige Schönheitsbilder und wie kommen Schönheitsnormen zustande?
  • Welche Rolle spielen Medien und gesellschaftliche Normen dabei?
  • Welche Rolle spielt das Thema in der Lebenswelt der Jugendlichen und gibt es Unterschiede im „Schönheitshandeln“ von Jungen* und Mädchen*?
  • Wie können Fachkräfte damit umgehen?

Diesen und wahrscheinlich vielen weiteren Fragen wollen wir uns gerne bei diesem Fachtag annähern und bei aller Ernsthaftigkeit des Themas den Fokus auf die bestärkende Auseinandersetzung legen.

Die Anmeldung zu unserem Fachtag erfolgt mit einer formlosen Mail. Anmeldeschluss ist der 01.11.2019.

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Ablauf: Fachtag, 26.11.2019

Hallo und Begrüßung von der Fachstelle für Jungen*- und Mädchen*arbeit JuMäX Jena e.V.

Fachvorträge:

Ausgehend von aktuellen Statistiken zum Körpergefühl von Jugendlichen und Erwachsenen zeichne ich den Weg der Pathologisierung von hohem Körpergewicht nach, gebe Infos zum Body Mass Index und zeige die Konsequenzen dieser Pathologisierung auf.

Jungen*, ihre Körper, Männlichkeitskonzepte und Ideale in biographischen, historischen und Genderperspektiven

Mittagspause

Workshopphase:

In der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist die (Selbst-)Reflexion über Körper- und Gesundheitsnormen Voraussetzung für einen sensiblen und respektvollen Umgang mit Körpervielfalt. Dieser Workshop soll über eine kritische Auseinandersetzung hinaus sensibilisieren und Lust darauf machen, in Institutionen (Unterstützungs-)Angebote für Kinder und Jugendliche zu schaffen, die körpergewichtsbezogene Diskriminierung mitdenken.
Der Workshop ist immer sehr flexibel und richtet sich nach den Erfahrungen und Wünschen der Teilnehmenden.
 
Der Workshop vertieft praxisorientiert den Vortrag mit einem Input zu Gestaltungskonzepten junger männlicher* Körper als Teil der Identitätsfindung von Jungen*. Dabei werden insbesondere Bezüge zu jugendkulturellen Szenen und aktuellen männlichen* Körperkulturen analysiert. Zugleich werden Aspekte der Selbstbestimmung von Jungen im Verhältnis zu gesellschaftlichen Vorgaben, geschlechtsbezogenen Normierungen und Fremdbestimmungen der medialen Leistungsgesellschaft thematisiert. Weitere Inputs konzentrieren sich auf pädagogischen und sozialarbeiterische Praxen in Schule und Jugendarbeit und genderkritischen Arbeitsmöglichkeiten im Alltag mit Jungen* und ihren Körper- und Schönheitsidealen. Praxiserfahrungen, biographische Zugangsmöglichkeiten und professionelle Haltungen von Jungen*arbeit werden dabei einbezogen.
 

Kaffeepause

Zusammenfassung und Abschluss


Rahmenprogramm:
Wenn ihr euch neben dem Fachtag noch weiter mit der Thematik beschäftigen wollt, seid ihr herzlich eingeladen am Tag davor und danach noch tiefer in das Thema einzusteigen.

Montag, 25.11.2019, 18.30 Uhr Towanda
Lesung mit Magda Albrecht: „Fa(t)shionista. Rund und glücklich durchs Leben“

Mittwoch, 27.11.2019
Workshop mit Stephanie Weber zum Thema Cross Dressing (Achtung: Für diesen Workshop müsst ihr euch gesondert anmelden. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.)

Geschlecht schafft Orientierung in unserer Gesellschaft und teilt Gesellschaft in zwei Kategorien ein: Mann und Frau. Die eigene geschlechtliche Zugehörigkeit gehört zur eigenen Selbstbeschreibung und formt auch, wie von den Geschlechtern selbst Geschlecht wahrgenommen wird und wie eigene Stereotype immer wieder aufs Neue reproduziert werden. Geschlechtszuschreibungen können als eine soziale Ordnungskategorie verstanden werden und sollen vermeintlich helfen, die Welt zu verstehen und sich in ihr zurechtzufinden. Jedoch weist dieses Ordnungssystem eindeutige Mängel auf.

Im dem Workshop für Fachkräfte in der Jugendarbeit wird ein Überblick über mediale Inszenierung von Geschlecht und Geschlechterperformance sowohl in Fotos und Videos, im Web 2.0 und in Filmen und Computerspielen gegeben.

Als Methode zu Dekonstruktion von Geschlecht wird das Konzept des Workshops „She`s the Man*“ vorgestellt. Das in der Jugendarbeit angeleitete Übertreten von Geschlechtergrenzen kann von Jugendlichen als große Chance und Stärkung erlebt werden
 

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Welche Botschaften hättet ihr euch als Kinder und Jugendliche gewünscht?

Welche würdet ihr euch heute für euch wünschen?

Und welche Botschaften wünscht ihr euch für die Mädchen* und Jungen*, mit denen ihr arbeitet?

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