Seit 2011 bieten wir jedes Jahr eine Sommerferienfahrt für Jungen* im Alter von 10 bis 15 Jahren an. Im Rahmen dieser Fahrt geht es für jeweils fünf Tage in die Natur: Wir übernachten in einer kleinen Hütte oder zelten fernab der Zivilisation, versorgen uns selbst und versuchen weitgehend ohne technische Hilfsmittel oder elektronische Unterhaltungsmedien und -geräte auszukommen. Als Schlechtwettervariante hat es sich beim Zelten bewährt, eine Hütte zu haben, in die wir bei Unwetterlagen ausweichen können. Ebenso können die persönlichen Sachen auch tagsüber dort verschlossen werden, wenn wir in Wald und Flur unterwegs sind.

Die Gruppe ist für alle gut überschaubar: Wir nehmen - je nach personellen Kapazitäten und den Gegebenheiten vor Ort - zwischen 10 und 15 Jungen* mit auf die Reise...

Neben dem Naturerleben, dem zentralen Anliegen der Ferienfahrt, der gemeinsamen Selbstversorgung und dem Verzicht auf die Ablenkungen durch Unterhaltungsmedien, geht es uns auch um die Anregung zu einer aktiven Freizeitgestaltung, den Erwerb notweniger Kompetenzen und den Kontakt mit anderen Jungen* und Männern*. Nicht zuletzt ist die Ferienfahrt auch eine willkommene Möglichkeit, Gleichaltrigen noch eimal ganz anders zu begegnen, den Kontakt zu Jungen* herzustellen, die andere Schulen und Schulformen besuchen, und auch Freunden, die die einzelnen Jungen* in den jeweils zurückliegenden Jahren zur Ferienfahrt kennengelernt haben, wiederzubegegnen...

Wichtig ist uns auch, den Jungen* Freiraum zu geben, um gemeinsam oder einzeln die nähere Umgebung zu erkunden und zu entdecken, miteinander in Kontakt und Austausch zu kommen und - nicht zuletzt - auch, um gemeinsam zu spielen. Es geht uns einerseits darum, Konsumhaltungs-Erwartungen bewusst zu enttäuschen und so die Möglichkeit zu schaffen, selbst initiativ zu werden und aktiv die Freizeit selbst zu gestalten. Auf diesem Wege lernen die Jungen auch die gemeinsamen stillen und leisen Momente zu schätzen und zu genießen.

Und eine solche Ferienfahrt bietet nicht zuletzt auch zahlreiche Gelegenheiten zur Thematisierung von Fragen rund ums Junge*-Sein und Mann*-Werden sowie zum Knüpfen und Vertiefen neuer und alter Beziehungen untereinander.

Dabei wechslen wir jährlich den Ort und nutzen die jeweils verschiedenen Möglichkeiten in der näheren Umgebung für Freizeitaktivitäten und die Schaffung von Bildungsgelegenheiten. Wir legen von Beginn an besonderen Wert darauf, dass die Jungen* in die Ausgestaltung der Ferienfahrt einbezogen werden. So stimmen wir die einzelnen Unternehmungen entsprechend der Möglichkeiten vor Ort am ersten gemeinsamen Abend ab. So ist die Ferienfahrt in jedem Jahr anders als in den zurückliegenden Jahren. Und doch kehren die Jungen* stets mit vielen schönen und unvergesslichen Eindrücken zurück nach Hause und in den (schulischen) Alltag.

Und auch wir als die betreuenden und begleitenden Männer* nehmen viele Erinnerungen an unzählige eindrucksvolle Momente mit, auch wenn die Woche für uns zum Teil auch anstrengend ist. Dennoch lohnt sich der Aufwand allemal: Es gibt nichts Schöneres, als einzelnen Jungen*, die manchmal auch schon zu jungen Männern* herangewachsen sind, auf der Straße wiederzubegegnen, die uns freundlich grüßen und sagen "... und weißt du noch... damals ..."!

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