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Gebrauchskunst vom Künstler*innenKollektiv HEINSTEDT

Sie sehen hier Gebrauchskunst vom 2-köpfigen Künstler*innenkollektiv HEINSTEDT. Wir arbeiten an den hier ausgestellten Exponaten im Kollektiv & Tandem, wobei wir uns in unserer Kreativität gegenseitig beflügeln und befruchten.

Die Figuren sind zum Teil Produkte unserer Fantasie, aber einige sind uns auch "im wahren Leben" als leibhaftige Personen über den Weg gelaufen oder wohnen in unserer Nachbarschaft,... Diejenigen Figuren, die unserer Fantasie entsprungen sind, nehmen im Laufe ihres Schöpfungsprozesses nicht nur eine Form/ Gestalt an und erhalten ein Gesicht. Sie bekommen auch einen Namen, eine Persönlichkeit, eine  Lebensgeschichte ...

Uns ist wichtig, dass Kunst nicht um ihrer selbst Willen produziert wird und existiert (= an einer Wand oder in irgendeiner exponierten Lage unserer Wohnung verstaubt), sondern dass sie einen wirklichen Platz in unserem Leben und unserem Alltag findet, dass sie "in Gebrauch ist" (im besten Sinne von uns Menschen auch gebraucht wird!). Kunst soll nicht nur zum Ansehen, Bestaunen, Deuten und Interpretieren ("Was wollen uns die Künstler*innen damit wohl sagen?") dienen: Berühren, Anfassen und "Füttern" sollten aus unserer Sicht bei Kunst nicht verboten sein, sondern sind von unserer Seite ausdrücklich erwünscht!

Gleichzeitig hat Kunst einen Wert, einen emotionalen wie auch einen materiellen - sie ist schließlich Manifestation unserer Fantasie und Kreativität. Und wodurch lässt sich trotz des alltäglichen Gebrauchs, ja gerade durch den Gebrauch der Wert von Kunstobjekten steigern? Richtig: Indem sie mit Geld gefüllt werden. Deshalb fertigen wir Spardosen. Ihr Wert steigt mit jedem Gebrauch!

Noch ein kleiner Hinweis: Die hier gezeigten sind - wie alle von uns gefertigten Stücke - Einzelstücke. Sie sind genauso individuell wie auch wir leibhaftigen Menschen. Keine*n von uns gibt es zweimal. Eine Kopie würde - so gut sie auch sein mag - niemals zu 100% dem Original entsprechen, würde nie auch nur annähernd an es heranreichen. Deshalb fertigen wir unsere Objekte auch kein zweites Mal. Wir würden sie wohl auch nie so hinbekommen, dass wir selbst mit dem Resultat zufrieden wären (wir sind ja schließlich auch nur Menschen!); nie wären sie so wie ...

Eines jedoch haben die Exponate mit uns, den real existierenden Menschen gemeinsam: Sie sind - trotz aller Liebe zum Detail, trotz all der verspielten Einzelheiten, die sie letztlich ausmachen und kennzeichnen - nicht perfekt. Perfektion lässt keinen Raum für Individualität, zeugt von Anpassung an gesellschaftliche und individuelle Ansprüche, Erwartungen und Normen. Perfektion ist - um es kurz zu machen - nicht lebendig und damit letzten Endes auch langweilig! Vieles an unseren Figuren ist bewusst überzeichnet, karikiert, übertrieben und zugespitzt dargestellt. Und das macht einerseits die Figuren erst wirklich liebenswert und andererseits künstlerische wie auch menschliche Freiheit letzten Endes aus!

Die auf dieser Seite präsentierten Exponate haben - auch wenn uns nach dem gemeinsamen kreativen Prozess das Loslassen oft schwer fällt und die Figuren, wie auch unsere Kinder, ein (liebgewonnener) Teil unserer Selbst geworden sind, zum Teil auch schon ein neues Zuhause gefunden, haben die/ den Besitzer*in gewechselt, wurden von uns in liebevolle Hände abgegeben, denn wir wollen andere Menschen gern auch daran teilhaben lassen.

Wir nehmen wirklich nur in Ausnahmefällen Auftragsarbeiten an, da Aufträge und die mit ihnen verbundenen Erwartungen der Auftraggeber*innen uns unter Druck setzen und unseren kreativen Prozess hemmen und behindern...

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Lieschen Müller

Sie sitzt jeden Tag auf dem Bahnsteig am Bahnhof und wartet... Sie wartet hier schon seit langer Zeit* und weiß gar nicht mehr so recht, auf wen oder was sie eigentlich wartet...

Eines jedoch ist gewiss und unumstößlich: Wenn das Erwartete eintrifft, wird sich etwas verändern... wird sich ihr Leben (und vielleicht auch das anderer Menschen) weitreichend und nachhaltig verändern!

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* Sie weiß selbst nicht mehr, seit wann sie täglich morgens zum Bahnhof geht und dort bis abends auf dem Bahnsteig wartet. Auf alle Fälle saß sie schon regelmäßig dort, als unsere Großväter dort noch Bahnhofsvorsteher waren...

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Engel Alfred

Seine Flügel sind etwas zu klein geraten, so dass das Fliegen mühsam ist. Irgendwie ist er ein gefallener Engel. Aber dafür hat er goldene Hörnchen. Ratet mal, wer das wohl gemacht haben könnte...

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Bade-Manne

Der Synchronschwimmer mit der Badekappe im Look des Motorrad-Sturzhelmes seiner Jugend...

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Bade-Hanne

... weil Synchronschwimmen allein nicht funktioniert und letzten Endes vielleicht auch einfach nur langweilig wäre ("ich im Einklang mit mir selbst")...

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Alfonso Meier

Alfonso ist ein Musterbeispiel für gelungene Integration in die bundesdeutsche Gesellschaft: Seine Großeltern kamen damals als "Gastarbeiter" nach Deutschland und er ist heute - trotz (oder gerade wegen?) seines Migrationshinter- und -vordergrundes - als Gärtner und Hausmeister in der Nachbarschaft ein geachteter und geschätzter Mann. Alfonso hat es in unserer bundesdeutschen Gesellschaft nicht nur einfach geschafft; nein er hat es hier (mit all den Komplikationen und Implikationen des Themas) wirklich weit gebracht!

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Balletttänzerin Elza

Unter den Balletttänzerinnen ist sie wirklich einzigartig! Keine hat so schöne Pausbacken wie sie!

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Lumilla

Ihr Glanz vergangener Tage lässt sich bei ihrem heutigen Anblick nur noch erahnen. Der Lack ist ab... Heute nennt man es "retro" oder "chabby-chic"...

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Die Luzi

 

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Madame Chabraque

 

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Die Nixe

 

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Norbert

 

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Opa Erich

 

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Die Tänzerin

 

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Der auf den Bus wartet

Hier stand ein Mann aus Riga Pate (im März 2019 an einer Bushaltestelle dort gesehen) ...

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Luise